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Mandolinenlied
(Einige Überlegungen, die wir uns vielleicht viel zu selten machen!)
Als Anfang des Jahres Hans Fellbach, unser Vorsitzender, die Daten für 2012 und sogar schon für die erste Hälfte des Jahres 2013 bekannt gab, wurde mir beim Eintragen der zahlreichen Termine in meinem Kalender ganz plötzlich bewusst: Unser Orchester ist kein Selbstläufer und „funktioniert“ auch nicht per se! An einem möglichst reibungslosen „Geschäftsablauf“ wirken sichtbar, aber auch im Hintergrund eine Reihe engagierter Menschen mit.
Na klar, da sind zunächst die vielen aktiven und inaktiven Vereinsmitglieder, die mit ihrem Mitgliedsbeitrag einen großen Teil des jährlichen Finanzbedarfs abdecken. Nicht unwichtig sind auch die Spielerinnen und Spieler, die (fast) regelmäßig zur wöchentlichen Probe erscheinen und vorher zu Hause tüchtig geübt haben. Für diesen Fleiß werden sie vom Vorsitzenden und vom hl. Nikolaus gelobt und ebenso von unserer Spielleiterin Vera Schmidt, wenn diese am Jahresende aus ihrem „Dicken Buch“ vorliest, wie oft die eine oder der andere an den Orchesterproben teilgenommen hat. Ebenso unverzichtbar natürlich Ulrich Bleck, unser Dirigent, der sich akribisch auf jede Probe vorbereitet, in den Proben dann sehr behutsam mit den unterschiedlichen Spielertalenten umgeht, und der viele schöne Arrangements – zugeschnitten auf den Charakter des Orchesters – geschrieben hat.
Von existenzieller Bedeutung für Verein und Orchester ist dann die Arbeit des Vorstands, bestehend aus dem 1. Vorsitzenden Hans Fellbach, der 2. Vorsitzenden Maria Haase-Brüggemann (die nicht selten gescholten werden, wenn sie versuchen, die Vereinsausgaben auf das wirklich Unabwendbare zu beschränken), der Geschäftsführerin Marlis Sander (die sich um den Schriftverkehr des Vereins kümmert und versucht, die Außendarstellung des Orchesters zu optimieren), dem Kassierer Manfred Blum (der häufig gehänselt wird, wenn er das Vereinsvermögen wie seine Augäpfel hütet), der Spielwartin Vera Schmidt (die als „Mutter der Kompanie“ alle Mitspieler mit den notwendigen Daten und wichtigen Informationen versorgt, und die alle Namens- und Geburtstage im Auge hat), der Archivarin Angelika Gehrke (die unsere Noten in einem spielbaren Zustand hält, die notwendigen Ersatzteile parat hat und die Schlüssel für den Proben- und den Instrumentenraum verwaltet sowie die im Notenschrank gelagerten „Leckerchen“). Auch außerhalb des Vorstands wird wichtige Arbeit geleistet, z. B. von den Betreuern des Jugend-Zupf-Ensembles (die sich intensiv um die Nachwuchs-Spieler kümmern) und last, but not least von Albert Caster (der die Technik und die Homepage des Vereins bestens betreut).
Eine beträchtliche Anzahl von Vereinsmitgliedern also, die engagiert und mit großem Zeitaufwand – und manchmal sicher auch mit eigenem finanziellem Aufwand – für die Weiterentwicklung des Orchesters sorgen.
Als mir diese Überlegungen durch den Kopf gingen, habe ich mir unwillkürlich die Frage gestellt: Wann habe ich zuletzt gehört, dass jemand aus dem Orchester gesagt hat: ‚Klasse, sehr schön, gut gemacht, prima – danke’? Wann habe ich selbst etwas Ähnliches gesagt?
Wirklich überall Fehlanzeige? Vielleicht sogar deshalb, weil wir diese Tätigkeiten als selbstverständlich ansehen?
Der Volksmund weiß sprichwörtlich: Undank ist der Welten Lohn. Lassen wir es bei uns nicht so weit kommen, sondern sagen zur rechten Zeit ein anerkennendes Wort: Danke!
KPL, 02.04.2012
Nicht nur bei Paul Lincke kann frau/man einen schönen Abend verbringen (wie es in einem gleichlautenden Paul-Lincke-Potpourri heißt), sondern ebenso bei Berti und Hans Fellbach – vielleicht sogar einen noch schöneren.
Die beiden waren von den Gratulationen und guten Wünschen zum „Hundertsten“ unseres Vorsitzenden so berührt, man könnte auch sagen gerührt, dass sie alle Orchestermitglieder zu einem gemütlichen Abend mit „Vollpension“ (d. h. „Speis’ und Trank“ – im Notfall sogar Übernachtung) eingeladen hatten. Da das Event an einem Donnerstagabend stattfinden sollte, musste leider, leider die wöchentliche Probe ausfallen – was mit Ausnahme unseres Dirigenten betrüblicherweise aber niemanden wirklich bekümmerte. Also stand am heutigen Donnerstag um 19:15 Uhr eine fröhliche, aber auch erwartungsvolle Meute vor der Haustür dieser gastfreundlichen Familie. Nach einer herzlichen und recht lautstarken Begrüßung ging es nach unten in die gemütliche Kellerbar.
Vor der Tür zu diesem Raum stockte wohl jedem von uns der Schritt: Zweieinhalb laufende Meter Tisch, beladen mit köstlichen Salaten und Soßen, mit appetitlichen Bratenstücken, knusperigem Brot, selbst gemachter Kräuterbutter sowie Käse und Früchten, und überdies noch eine ganze Ecke mit Süßspeisen in verschiedenen Variationen. Wem da nicht das Wasser im Munde zusammenlief! Die Gastgeber waren sensibel genug, die Begrüßung ganz kurz zu fassen und gleich das Büfett zu eröffnen. War das ein Schmausen, und auch das Mineralwasser floss in Strömen (was man einkalkulieren muss, wenn ein derartiges Fest in der Fastenzeit stattfindet).
Danach wurde es richtig gemütlich in der kuschelig engen Bar. Lustige Gespräche untereinander und vor allem mit einer Mitspielerin, die seit Wochen krankheitsbedingt nicht an den Proben hatte teilnehmen können. Vera und Heinz kramten „Quetsch“ und „Klampfe“ hervor und spielten einige Stücke zum Zuhören oder Mitsingen. Jakob, unser Senior, ging 60/70/80 Jahre in der Zeit zurück und brachte die „Tränenlieder aus der Küche“ zu Gehör, die in jenen Zeiten immer wieder gern gesungen worden waren. Im Anschluss daran begannen unsere Youngster Inga und Stefan mit einem kleinen „Kontrastprogramm“: Sie trugen ein paar Songs der „Sportfreunde Stiller“ vor. Für beide Musikrichtungen gab es großen Beifall, und es wurde wieder einmal deutlich, dass in unserem Orchester sowohl Althergebrachtes als auch Modernes ihre Akzeptanz haben.
Man soll dann aufhören, wenn es am schönsten ist, oder wenn der oder dem Ersten die Augen zufallen. Nachdem beides festzustellen war, begann der allgemeine Aufbruch. Ein emotionaler Abschied von unseren großzügigen und fleißigen Gastgebern, und im Vorbeigehen am Büfett noch etwas von den immer noch leckeren Resten stibitzt. Dann ging es zufrieden und fröhlich heimwärts.
Liebe Berti, lieber Hans: Wir danken Euch für diesen wuuunderschööönen Abend ganz, ganz herzlich! Freut Euch bitte über das, was der Dramatiker August von Kotzebue (1761 – 1819) Euch voraussagt: „Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder, sie geben das Empfangene zehnfach zurück!“
Wollt Ihr aber mehr, z. B. hundertfachen Lohn, so müsst Ihr uns nur noch neunmal einladen.
Was uns außer einer beträchtlichen Gewichtszunahme bleibt, ist diese Erkenntnis:
Raum ist in der kleinsten Hütte
für uns’re Mandolinenschar.
(Frei nach Friedrich von Schiller)
Fotos: JS, KPL, Text: KPL (15.03.2012)
Nach den teilweise überlangen Berichten des vergangenen Jahres auf Anregung einiger Mitspieler der Beitrag über die Jahreshauptversammlung 2012 diesmal: kurz und prägnant.
Was: Mitgliederversammlung 2012
Wo: Vereinslokal „Zur Tant Seef“
Wann: 20. Januar 2012, 19:30 Uhr
Wer: 23 Mitglieder (von 137), 3 Teilnehmer mehr als im vergangenen Jahr
Tagesordnung
Begrüßung und Bericht des 1. Vorsitzenden: Freude und Stolz über das musikalisch erfolgreiche Jahr 2011. Dank an das JZE. Gedenken der Verstorbenen: Margarete Trapp, Gisela Fleischhauer und Werner Ogkler.
Geschäftsbericht der Geschäftsführerin: Viele sozialen Kontakte (wie Grillfest, Wandertag, Glühweinabend, um nur einige zu nennen), insgesamt knapp 8 Werktage geprobt (44 Wochenproben, 2 Probenwochenenden).
Bericht des Kassenwarts: Die Finanzkrise ist noch einmal an uns vorbeigegangen.
Bericht der Kassenprüfen: Alles im „Grünen Bereich“. Schlagen Entlastung von Vorstand und Kassierer vor. Versammlung beschließt die Entlastung einstimmig (bei Enthaltung der Vorstandsmitglieder) und verteilt Fleißkärtchen.
Bericht Leiterin JZE: 14 Schülerinnen und Schüler, für 2012 mehrere Auftritte geplant sowie Weiterbildungsmaßnahmen zusammen mit dem BDZ.
Veranstaltungen 2012/13: Diverse.
Verschiedenes: Sorry, vergessen zu notieren.
Ende: 21:35 Uhr.
Fazit: In der Kürze liegt die Würze (frei nach Hamlet).
Fotos: StS., Text: KPL, 20.01.2012
in der Kuchenheimer Pfarrkirche St. Nikolaus…
…und das sogar zweimal innerhalb von knapp 14 Tagen. Zunächst begleiteten wir nach altem Brauch am 2. Weihnachtsfeiertag die Festmesse musikalisch. Und obwohl Ulrich Bleck, unser Dirigent, mitfühlend gestattet hatte, wegen der niedrigen Temperatur in der Kirche, anstelle der normalen Auftrittkleidung „wärmere Sachen“ anzuziehen, froren doch einige unserer Mitspielerinnen ziemlich heftig – insbesondere diejenigen, die bereits grippal vorgeschädigt waren. Aber wenn auch die Füße kalt blieben, die Finger funktionierten wie erwünscht. Der glückliche Umstand, dass an diesem Tag eine Mitspielerin ihren runden Geburtstag feierte und ein Mitspieler Namenstag hatte, war eine echte Aufwärmhilfe, denn die lebhaften Glückwünsche brachten bei Gratulanten und Gratulierten den Kreislauf richtig in Schwung.
In der halben Stunde vor Beginn der hl. Messe stimmten wir mit fünf Stücken die Besucher festlich ein: „Serenata Veneziana“, ein Stück aus dem Ende des 19. Jahrhunderts von Vincenzo Chessi, sowie „Schwanensee“ von Peter Tschaikowski (hier die Suite Nr. 1 Scène) und von Engelbert Humperdinck den „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“. Eigentlich sollte Inga Bell mit ihrer schönen Sopranstimme dieses Abendgebet singen. Leider litt sie unter einer akuten Halsentzündung, so dass das Stück nur instrumental erklingen konnte. Pastor Peter Berg, der Leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs, hört dieses gesungene Gebet sehr gern, und er war daher etwas traurig, dass der Gesang dieses Mal fehlte.
Unser nächstes Stück „Air“ halten viele für eine moderne Komposition aus jüngerer Zeit – vielleicht, weil sie den Titel aus dem Englischen ableiten und nicht aus dem Französischen oder weil sie sich an Bruce Low erinnern, der Mitte der 1970er-Jahre mit dem Lied „Das Kartenspiel“ auf der Grundlage dieser Melodie einen sehr erfolgreichen Hit landete. Tatsächlich aber handelt es sich um ein Stück aus der Zeit des Barock von Johann Sebastian Bach, und zwar um einen Teil aus der Suite Nr. 3.
Als Überleitung zum Gottesdienst folgte der 1. Teil der „Weihnachtsklänge“ von Franz Stolzenwald. In diesem sehr schönen „Medley“ sind viele bekannte Weihnachtslieder „verarbeitet“, die den Zuhörerinnen und Zuhörern wohl gut gefielen, wie man an dem leisen Mitsingen oder Mitsummen erkennen konnte. Die Lieder zur hl. Messe stammten überwiegend aus dem Gotteslob, bis auf das Lied zur Gabenbereitung „Lasst uns lauschen, heilige Engel“ (ein früher sehr bekanntes Weihnachtslied aus dem Rheinland) und als Sanctus-Lied aus der Deutschen Messe von Franz Schubert „Heilig, heilig, heilig“. Beide Lieder wurden – soweit bekannt – von den Messbesuchern mit großer Inbrunst mitgesungen – ebenso wie zum Abschluss „Stille Nacht, heilige Nacht“. Nach dem Schlusssegen dankte Pfarrer Berg dem Orchester für die seit vielen Jahren geübte Tradition und für die schöne Darbietung am heutigen Tage, dem die Besucher mit lautem und lang anhaltendem Beifall zustimmten. Dafür gab es noch 2 Zugaben: Henry Purcells jubilierendes „Lobt den Herrn der Welt“ und dann ganz profan „Jingle Bells“ von James Lord Pierpont. Vorsitzender Hans Fellbach bedankte sich ebenfalls bei den Mitwirkenden – insbesondere beim Dirigenten – und lud alle Anwesenden zum Weihnachtskonzert des Orchesters am 8. Januar 2012 um 17:00 Uhr in die Kuchenheimer Pfarrkirche ein.
***
Und eben dieses Konzert war der erneute Grund dafür, dass wiederum weihnachtliche Mandolinenklänge in der Nikolauskirche zu hören waren. Die schöne Akustik dieses Kirchenraumes scheint wie gemacht für festliche Mandolinenmusik. Daher waren Langschiff und Seitenschiffe auch diesmal vollständig besetzt, und unter der Orgelbühne mussten noch manche Zuhörer stehen. Etwas war jedoch anders als in früheren Jahren: Mehrere Stücke aus dem Vorspiel zur hl. Messe am 2. Weihnachtstag (z. B. Schwanensee, Abendsegen oder Air) hatten einer Reihe von Gottesdienstbesuchern so gut gefallen, dass sie sich gegenüber einigen Orchestermitgliedern darüber sehr lobend geäußert haben. Als unser Dirigent davon erfuhr, schlug er kurzerhand vor, einige für das Weihnachtskonzert vorgesehene Stücke zu streichen und dafür noch einmal die „Highlights“ vom 2. Feiertag zu Gehör zu bringen. Die Zuhörer als Programmplaner – wenn das keine Demokratie in Musikform ist.
Erfreut begrüßte Hans Fellbach die zahlreichen Gäste und ganz besonders als Hausherrn den Leitenden Pfarrer Peter Berg, der mit Beginn des Konzerts noch schnell durch die Seitentür gehuscht kam und nur noch neben der Krippe ein Plätzchen fand – was aber für einen Christen doch wohl ein sehr guter Platz ist.
Auch Dirigent Ulrich Bleck begrüßte kurz die Anwesenden und wünschte nachträglich – auch im Namen des Orchesters – ein gutes neues Jahr. Zu den einzelnen Stücken gab er jeweils kurze, aber interessante Informationen.
Obwohl die Eröffnungsstücke „Serenata Venezia“ und „Schwanensee“ ebenso wie einige andere Werke vielen bereits vom 2. Weihnachtstag her bekannt waren, reagierten die Zuhörerinnen und Zuhörer fast euphorisch mit lang anhaltendem Beifall, so dass sehr deutlich wurde, die Wiederholung einiger Stücke empfand niemand als unangebracht. Neu im Programm war „Hijo de la luna“ von José Maria Cano. Eine mystische, im Kern eher traurige Ballade aus Spanien (entstanden in den 1980er-Jahren). Das nachfolgende Werk war – sehr profan ausgedrückt – ein „Knaller“: Die „Morgenstimmung“ aus „Peer Gynt“ von Edvuard Grieg, nach dem gleichnamigen Epos des norwegischen Dichters Henrik Ibsen. Man konnte dem Dirigenten und den Spielern ansehen, wie sehr sie sich über das gute Gelingen des Vortrags freuten – und das Publikum freute sich mit, wie der Applaus bewies. Als nächstes sang unsere Mitspielerin Inga Bell mit dezenter Begleitung des Orchesters „Oh, mio babbino caro“ von Giacomo Puccini. Vater Bell ist jedes Mal gerührt, wenn er dieses Lied von seiner Tochter gesungen hört, und auch die Zuhörer lauschten (fast andächtig) dem Klang dieser warmen Sopranstimme. Auch der nachfolgende „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck wurde von unserer Inga gesungen – sehr zur Freude der Gäste, und auch Pfarrer Berg nickte beifällig, weil er dieses gesungene Gebet sehr mag. Mit dem „Largo“ aus der Oper „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel wollte Dirigent Ulrich Bleck Publikum und Orchester wieder etwas „aus den großen Gefühlen“ herabholen. Dann erneut von Johann Sebastian Bach „Air“ als Beat in einem modernen Viervierteltakt; danach folgte das Konzert Nr. II (C-Dur) des englischen Komponisten und Flötisten John Baston. Auch hier hatte Ulrich Bleck einen Solisten zum Mitspielen gewinnen können: Wolfgang Kraus mit seiner Sopran-Blockflöte. Zum wiederholten Mal staunte das Orchester, was man alles mit einer Blockflöte machen kann, und auch die Zuhörerinnen und Zuhörer wunderten sich, welche Klänge der Solist seinem Instrument entlockte. Noch einmal: „Lobt den Herrn der Welt“ von Henry Purcell und zum Mitsingen ein Medley der schönsten Weihnachtslieder: „Weihnachtsklänge“, Teil 1, von Franz Stolzenwald.
Danach wurde es – mit freundlicher Zustimmung von Pfarrer Berg – etwas volkstümlich mit dem „Schneewalzer“, den „Jingle Bells“ und der „Petersburger Schlittenfahrt“. Schlittenglocken und Peitschenknall widersprechen eben nicht dem Geist und der Atmosphäre eines katholischen Gotteshauses.
Damit das Weihnachtskonzert auch weihnachtlich ausklingen sollte, wurde es noch einmal feierlich. Inga Bell und – vor allem – die älteren Besucher sangen mit Begleitung des Orchesters ein traditionelles Weihnachtslied aus dem Rheinland: „Lasst uns lauschen, heilige Engel“. Danach verlosch die Kirchenbeleuchtung, die Spielerinnen und Spieler zündeten an ihren Notenpulten Kerzen an und begannen sehr feierlich und sehr zart das Lied aller Weihnachtslieder: „Stille Nacht“. Gefühle und Stimmung in der Kirche waren fast körperlich spürbar. Und wenn es hier und da in den Augen glitzerte, so war das sicherlich nicht nur der Widerschein der Kerzen an unseren Pulten…
Erst nach minutenlangem frenetischem Beifall konnte Hans Fellbach den Zuhörerinnen und Zuhörern danken und versprechen, dass auch in 2 Jahren – nach seiner Planung jedenfalls – wieder ein Weihnachtskonzert stattfinden solle. Erneuter Applaus!
Für den Konzertbesuch hatten wir kein Eintrittsgeld erhoben, und auch die zum Kauf angebotenen Weihnachts-CDs konnte jeder Interessierte für einen geringen Betrag selbst entnehmen. Zur Freude aller Aktiven und auch des Vorsitzenden waren die aufgestellten Körbchen gut gefüllt mit Spenden und mit dem Kaufpreis für die entnommenen CDs.
Vorstand, Dirigent und Orchester sagen Pfarrer Berg für seine Gastfreundschaft und unseren Gästen für ihre Großzügigkeit: Danke, danke, danke!
***
Mit diesem Bericht über die Aktivitäten des Orchesters während der Weihnachtszeit ist es wie bei einem Eishockeyspiel: Erst nach dem 3. Drittel ist das Ganze zu Ende. Wer gedacht hat, nach dem überaus erfolgreichen Konzert sei Schluss, der irrt sehr.
Fast alle Mitwirkenden, ihre Partner oder Angehörigen trafen sich – nachdem die Kirche wieder aufgeräumt war – zu einer gemütlichen Runde mit Essen und Trinken im Vereinslokal „Zur Tant Seef“. Ein wenig Manöverkritik des Dirigenten (die aber überwiegend positiv ausfiel) und dann der fröhliche Austausch zwischen den Spielerinnen und Spielern, wie das ein oder andere im Konzert wahrgenommen wurde.
Mit einem Mal aber standen da die stellvertretende Vereinsvorsitzende, Maria Haase-Brüggemann, und Spielleiterin Vera Schmidt, um mitzuteilen, dass es heute noch einen weiteren Anlass zur Freude gebe. Einer im Saale habe ein 100-jähriges Jubiläum zu feiern: Hans Fellbach sei seit 60 Jahren Mitglied im Verein (davon rd. 50 Jahre als aktiver Spieler an Gitarre und E-Bass) und seit 40 Jahren dessen Vorsitzender. Mit treffenden Worten berichteten die beiden über wichtige Daten aus dem Vereinsleben des Jubilars und von seinen ständigen Bemühungen als Vorsitzender um den Erhalt und die Weiterentwicklung des Vereins. Nach Aushändigung von Urkunden des Bundes Deutscher Zupfmusiker und des Mandolinen-Orchesters Kuchenheim überreichten sie noch als Geschenk des Orchesters den Gutschein für eine Fahrt mit einem Reiseunternehmen nach Andernach (einschließlich Stadtführung) und eine Abend- und Nachtfahrt mit dem Schiff zum „Fest der 1000 Lichter“. Zunächst Stille bei den staunenden Vereinsmitgliedern, große Gerührtheit beim Jubilaren und seiner Gattin, dann schnelle Reaktion beim anwesenden Zeitungsreporter Franz-Josef Vogt, der laut anstimmte: „Hoch soll er leben…“.
Nun gab es von allen Seiten Gratulationen, Händeschütteln, Schulterklopfen, allgemeine Freude u. Dankbarkeit und natürlich: Anstoßen auf das Wohl des Jubilaren.
Selten sind wir so fröhlich und zufrieden auseinandergegangen wie am Abend dieses ereignisreichen Tages.
Da sowohl der Vorsitzende als auch die Mitglieder eine besondere Beziehung zur Musik haben, zum Schluss noch ein Gedanke des französischen Schriftstellers Victor Hugo:
Die Musik drückt aus,
was nicht gesagt werden kann
und worüber es unmöglich ist, zu schweigen.
Fotos: JS, Text: KPL/UBk, 26.12.2011/08.01.2012